3. FVST Ladies Night for Women in MINT am 19. April 2016 war ein voller Erfolg!

26.04.2016 -  

„Lassen Sie sich von dem leiten, was Sie für wichtig halten.“ – Prof. H. Weiß
Die Chancen von Frauen in Wissenschaft und Industrie, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der Anteil von Frauen in Spitzenpositionen – dies waren die zentralen Themen, die auf der 3. FVST Ladies Night for Women in MINT angesprochen und diskutiert wurden. Themen, die offenbar den Nerv der Zeit treffen und nicht nur die jungen Frauen interessieren, sondern auch die (noch überwiegend männlichen) Führungskräfte und Entscheidungsträger aus Forschung und Industrie.

Dies belegt die beachtliche Zahl von rund 80 angemeldeten Teilnehmern mit sehr unterschiedlichem Background. Neben Studentinnen und Doktorandinnen aus dem MINT-Bereich lauschten auch die männlichen Kommilitonen den Vorträgen der drei geladenen Referentinnen und auch eine Schülerin nutzte die Gelegenheit, um sich über ihre beruflichen Perspektiven zu informieren. Neben den Vorträgen bot der Markt der Möglichkeiten reichlich Raum für Gespräche und Networking sowie ein umfassendes Informationsangebot zu den Förderinstrumenten der Universität; die Solvay GmbH stellte das Ernest-Solvay-Stipendium und Einstiegsmöglichkeiten vor.

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Fazit der Veranstaltung: das (immer noch) deutliche Missverhältnis von Männern und Frauen in Führungspositionen wird von männlichen und weiblichen Führungskräften zwar gleichermaßen ungünstig eingeschätzt, aber aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen und teilweise unterschiedlich begründet.

So berichtete Herr Prof. Seidel-Morgenstern, Direktor und Wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für Dynamik komplexer technischer Systeme, Magdeburg (kurz MPI), dass dort zwar 40 % Doktorandinnen promovierten, es aber nur 10 % weibliche Postdocs gäbe. Frau Prof. Dana Zöllner, Experimentelle Physik, bestätigte dies und berichtete von der erst kürzlich gemachten Erfahrung,, dass ein insgesamt relativ hoher Frauenanteil bei einer Veranstaltung nicht die Ungleichverteilung von Frauen und Männern auf unterschiedlichen Führungsebenen reflektiere, und nannte die Konferenz TMS Annual Meeting & Exhibition als Beispiel: 2015 hatte die Konferenz zwar einen Anteil von rund 20 % Teilnehmerinnen, aber es war keine einzige Frau im Organisationskomitee vertreten. Gleichzeitig beobachtete sie den positiven Effekt, wonach eine einzige Frau den Anteil an Teilnehmerinnen eines Symposiums um 100 % steigern kann. Der Dekan der Fakultät, Herr Prof. Weiß, ergänzte, dass hochqualifizierte Beschäftigte auch in Zukunft in allen Bereichen benötigt würden, und betonte, dass hierbei die gleiche Akzeptanz von Frauen und Männern in Führungspositionen wichtig sei. Diese Einschätzung wurde von Herrn Prof. Leßmann, dem Prorektor für Forschung, Technologie und Chancengleichheit, geteilt. Dieser erklärte, dass es Zeit brauche, um die kleine Prozentzahl von weiblichen Studienanfängern in eine Professur zu bringen und dass eben diese kleine Prozentzahl von Studentinnen daher gerade ein Maximum an Bildung und Förderung unbedingt benötige. Er verwies hierbei auf die an der Universität bereits integrierten Soft-Skill-Seminare und Coaching- und Mentoring-Programme (wie Cometin und MeCoSa). Er glaubt, dass die Entscheidung für die Karriere oder die Familie oft gerade zum Zeitpunkt des Abschlusses der Promotion fiele, weshalb die OVGU insbesondere Familien unterstütze. Abschließend betonte er, dass sogenannte Role Models eine wichtige Rolle spielten, um den Anteil von Frauen in Spitzenpositionen zu erhöhen, und nannte in diesem Zusammenhang die ehemalige Erxleben-Professorin und 4-fache Mutter Frau Prof. Futterer als positives Beispiel.

Drei Role Models stellten dann auch Ihre sehr unterschiedlichen Lebensläufe und Erfahrungen vor. Frau Dr. Vidakovic-Koch, Teamleiterin Elektrochemische Energiewandlungssysteme am MPI mit mittlerweile 7 DoktorandInnen, zählte bereits in Schule und Studium zu den Besten – sie war beste ihres Abiturjahrgangs und eine der drei besten StudentInnen ihrer Hochschule! Frau Julia Krahl, Produktionsingenieurin der Solvay Chemicals GmbH am Standort Bernburg, gehörte zu einer der Ernest-Solvay Stipendiaten an der TU Bergakademie Freiberg und hat ihren Traumjob in der Industrie gefunden. Frau Prof. Dana Zöllner wollte ursprünglich Gymnasiallehrerin werden, kam dann aber zur Wissenschaft und habilitierte im Bereich Physik. Sie ist jetzt Erxleben-Gastprofessorin im Bereich Experimentelle Physik.

Die Organisatoren bedanken sich beim Studierendenrat (insbesondere Lukas Otto und Lisa Klemm) und dem Fachschaftsrat der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik für die tatkräftige Unterstützung bei diesem sehr gelungenen Abend!

Autorin:
Dipl.-Ing. Nicole Vorhauer, Stellv. Beauftragte für Gleichstellung und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik

Letzte Änderung: 30.05.2018 - Ansprechpartner: Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Manuela Dullin-Viehweg