Neue Medikamente aus dem Chemielabor

21.04.2022 -  

Palmen sind das erste, was wir sehen, bevor wir Dieter Schinzer begegnen. Deckenhohe, weit ausladende Zweige dieser exotischen Pflanzen füllen sein Büro im Institut für Chemie der Universität Magdeburg, bilden lebendige Dächer für Schreibtisch und Regale. Er finde es schön, in Gegenwart dieser Lebewesen zu arbeiten, entgegnet der Chemiker freundlich dem erstaunten Besucher. Eine filigrane, schwarze-rote Plastik-3D-Molekülstruktur, die die gesamte Tischplatte einnimmt, verrät aber, worum es an diesem Ort wirklich geht: um Moleküle als besondere Verbindungen von Atomen. Der Titel eines kiloschweren Fachbuches, das der Wissenschaftler in den Händen hält, bringt sein Forschungsthema auf den Punkt: Molecules that changed the world.

 

Prof. Dieter Schinzer in seinem Büro (c) Jana Dünnhaupt _ Uni Magdeburg

Prof. Dieter Schinzer in seinem Büro (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)

 

„Wir bauen am Institut Moleküle nach, die Organismen in der Natur aus unterschiedlichsten Gründen von sich aus produzieren“, erklärt Professor Dieter Schinzer. „Wenn wir diese Wirkstoffe aus der Natur im Labor künstlich erzeugen, können wir sie anschließend optimieren, damit sie - quasi als bessere Version ihrer selbst - eine pharmazeutische Wirkung nach Maß entfalten können.“ Das klinge recht simpel, sei es aber nicht, so der Wissenschaftler weiter. Über ihren eigenen Biosyntheseapparat stellten Organismen neue und interessante Substanzen her, erzeugten aus einfachen Vorläufermolekülen komplexere Moleküle. „Wie das schöne Molekül hier, ein Antibiotikum aus Bakterien“, so der Chemiker und hebt vorsichtig die verzweigte, mehrfarbige Struktur vom Tisch...

 

Das ist nur ein kurzer Auschnitt des Originalartikels. Den Originalartikel finden Sie hier:

uni magazin

 

Letzte Änderung: 29.04.2022 - Ansprechpartner: Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Manuela Dullin