Prof. Dr. rer. nat. Monika Brunner-Weinzierl

Weinzierl  

Frau Prof. Dr. Brunner-Weinzierl studierte Biologie und Informatik an der FU Berlin, wo sie auch promovierte. Sie habilitierte 2003 nach ihrem Postdoc an der University of California at Berkeley im Bereich der Immunologie an der Charité Berlin. Heute ist sie Leiterin der Abteilung Experimentelle Pädiatrie und Neonatologie der Universitätskinderklinik Magdeburg und beschäftigt sich in ihrer Forschung mit der Abschaltung von Immunantworten. Sie ist zudem die erste Prorektorin für Forschung, Technologie und Chancengleichheit an der OVGU.

Motto: Einfach machen.

 

Werdegang

Studium:

1985-1991

Diplomstudium der Biologie,

Freie Universität Berlin

 

1986-1988

Studium der Informatik,

Freie Universität Berlin

Promotion:

Mär 1995

Freie Universität Berlin

Habilitation

Nov 2003

im Bereich Immunologie,
Charité Berlin

Tätigkeit:

1991-1995

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin

1995-1997

Postdoc an der University of California, Berkeley, USA

1997-2002

Gruppenleiterin am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin

2002-2007

Gruppenleiterin an der Klinik für Innere Medizin, Charité Berlin

seit 2007

Leitung der Abteilung Experimentelle Pädiatrie und Neonatologie der Universitätskinderklinik, Medizinische Fakultät, OVGU

seit 2016

Pro-Rektorin für Forschung, Technologie und Chancengleichheit, OVGU

 

Ich wollte die grundsätzlichen Mechanismen von Leben verstehen. Mich hat schon sehr früh fasziniert, wie es möglich ist, dass etwas lebt, sich ernährt, fortpflanzt oder einfach nur faul in der Sonne liegt. Letztendlich bin ich nun beim Immunsystem gelandet. Die Herausforderung an das Immunsystem, Pathogene eindeutig zu identifizieren und abzuwehren, körpereigene Gewebe gleichzeitig intakt zu lassen, beeindruckt mich sehr. Und obwohl wir ständig neue Mechanismen entdecken, scheint nichts verstanden zu sein. Die Immunologie ist ein sehr schnelles Fach, und wenn ich in die Literatur-Datenbank eintauche, vergesse ich die Zeit.
 

Motivation

Mich begeistert es über ungelöste Fragen in der Wissenschaft nachzudenken und physiologische Vorgänge aus neuen Blickwinkeln zu betrachten. Erst kommt die detaillierte Recherche und dann setze ich die Wissensstücke wie ein Puzzle neu zusammen. Die Hypothese muss dann möglichst clever bewiesen werden. Die Diskussion drum herum ist hochinteressant, diese Herausforderung mag ich sehr gerne.

Es macht mir Spaß als Prorektorin für Forschung, Technologie und Chancengleichheit in der universitären Selbstverwaltung mitzuwirken. Mitwirken und Entscheidungen treffen, die etwas bewirken, unsere Universität modern gestalten und die Welt besser machen, das gefällt mir sehr gut.
 

Voraussetzungen

In der Forschung sollte man offen und wachsam sein und stets neue Impulse aufgreifen können. Die Forschung steht nie still. Man muss ständig etwas dazu lernen und ich denke, das sollte schon fast wie ein Hobby sein. Wem das Spaß macht, der ist hier richtig und wird viel Freude haben. Auch Hartnäckigkeit ist wichtig, die Forschung ist oft kompetitiv und man muss den Biss haben sich durchzukämpfen. Gerade um das zu erreichen, sind die Zusammenarbeit und der Austausch mit anderen essentiell. Auch an dieser sozialen Komponente sollte man Spaß haben.

 

Ratschläge

Manchmal kommt man gerade weiter, wenn man unkonventionell oder sogar gegenteilig denkt. Ein schönes Beispiel dafür ist die Sensibilisierung gegen Umweltantigene bei Allergikern. Man kann hierbei sowohl mit Hypo- und Hypersensibilisierung therapieren und kommt in beiden Fällen zum Therapieerfolg.

Für die Karriere ist es ratsam sich einen Mentor oder eine Mentorin zu suchen. Eine gute Beratung ist viel wert. Auch sollte man sich möglichst zeitig mit Personalführung auseinandersetzen und auch die Erlernung von Soft Skills nicht vernachlässigen.

Man sollte nie vergessen, dass Forschung von Vielfalt lebt und, dass die persönliche Perspektive ein wertvolles Gut ist.

 

Herausforderungen

Ich habe gelernt, dass man sofort nach vorne schauen und einen Plan B bereit haben sollte, wenn im Werdegang mal etwas schief läuft. Letztendlich ist das Wichtigste, sehr gut in seinem Fachgebiet zu sein, und sich nicht zu sehr darin zu verlieren, sich schlechter behandelt zu fühlen. Trotzdem ist es wichtig, dort wo man es kann, bessere Voraussetzungen für die nächste Generation zu schaffen. Ich habe mich speziell auch deswegen entschieden den Posten der Prorektorin anzunehmen, um als Role Model für jüngere Wissenschaftlerinnen zu fungieren. Es hatte noch keine Frau vor mir diesen Posten ausgefüllt. Wichtig ist auch, dass Role Models nicht perfekt sein müssen, sondern primär erstmal existieren. Denn wenn es schon mal eine Frau in einer Position gibt, kann man sich eher vorstellen diese Position selber innezuhaben.

Letzte Änderung: 20.08.2020 - Ansprechpartner: Dr.-Ing. Nicole Vorhauer-Huget